Ausdauertraining für Pferde – damit das Pferd auf Trab kommt

Ob Mensch oder Tier, wer sportlich Höchstleistungen bringen will, muss etwas für die Leistungsfähigkeit und die Ausdauer tun. Mit einem Konditionstraining können Sie Ihr Pferd fit für Training und Wettkampf machen. Mit strammen Muskeln, viel Beweglichkeit und Ausdauer rückt der nächste Sieg ein Stück näher.

Jedes Pferd braucht etwas Fitness

Pferde, deren Bewegungen elastischer sein könnten und denen schon nach kurzen Galoppstrecken die Puste ausgeht, brauchen ein Fitnesstraining. Ausdauer, Kraft und Beweglichkeit lassen sich relativ einfach trainieren. Wer jetzt an langweilige Trainingseinheiten denkt, kann aufatmen. Ermüdendes Ausdauer- und Krafttraining macht Pferde nur unwillig. Wie beim Menschen ist auch beim Pferd Abwechslung gefragt.

Für gute Leistungen bedarf es nicht nur einer ausgeglichenen Fütterung, sondern vor allem einer guten Grundkondition. Das Training muss dabei individuell auf die Stärken des Pferdes ausgerichtet werden. Bereits mit der Zucht wird festgelegt, ob das Pferd mehr für Ausdauer oder Schnelligkeit geeignet ist. Die Muskeln für die Ausdauer sind anders aufgebaut als für die Schnelligkeit. Araber sind zum Beispiel Ausdauerpferde, die über viele rote Muskelfasern verfügen und die Energie aus Sauerstoff gewinnen. Das bedeutet auch, dass sie langsamer ermüden. Anders sieht es beim Quarter Horse aus, das über viele weiße Muskelfasern verfügt. Diese sorgen für eine hohe Sprintfähigkeit, ermüden aber auch schnell.

Intervalltraining ist das Zauberwort

Für ein gutes Konditionstraining ist der Wechsel zwischen Be- und Entlastung wichtig. Training mit müden Pferden bringt nichts. Das Training sollte immer den vom Pferd geforderten Leistungen angepasst werden. Die Belastung sollte nur langsam steigen und das Tier dabei weder psychisch als auch physisch nicht überfordert werden. Es ist sinnvoller beim Training regelmäßige Pausen einzulegen, in denen sich das Tier regenerieren kann, als auf Teufel komm raus Höchstleistungen abzufordern. Es ist beim Pferd nicht anderes als beim Menschen – die Leistungen steigen mit den regelmäßigen Wiederholungen.

Reiter sollten beim Ausdauertraining für Pferde immer an sich selbst denken, denn der Unterschied zwischen Reiter und Pferd ist gar nicht so groß. Muskeln arbeiten überall gleich. Die kleinen Kraftwerke brauchen vor allem viel Sauerstoff, regelmäßige Erholungsphasen und Entspannung. Besonders die Muskeln an Hals, Rücken, Hinterhand und Bauch sind wichtig, um den Reiter überhaupt tragen zu können. Mit einem Intervalltraining bekommen die Muskeln immer wieder neue Reize. Dadurch wachsen sie schneller und lassen sich besser aufbauen.

Beim Ausdauertraining ist einiges zu beachten

Übergänge von einer Gangart in die nächst Langsamere stärken vor allem die Muskeln der Hinterhand. Dabei sollten Reiter aber nicht an den Zügeln zerren, da sonst Vorderhand und Schulterpartie belastet werden. Auch Tempowechsel können die Hinterhand stärken. Fast schon mit Bodybuilding zu vergleichen sind Versammlungen und Galopppirouetten.

Wichtigstes Kriterium beim Ausdauertraining für Pferde sind Herz und Kreislauf. Diese sollten beim Pferd immer in Bestform sein, um Höchstleistungen erbringen zu können. Das Herz-Kreislaufsystem passt sich Belastungen beim Ausdauertraining wesentlich schneller an als Sehnen und Muskeln. Das Herz-Kreislaufsystem ist schon nach etwa 2 Wochen Training einer höheren Leistung gewachsen, während Sehnen und Muskeln bis zu 4 Wochen benötigen, um sich anzupassen.

Das Fitnesstraining wird dem Pferd angepasst

IMG_1262Das Training sollte dabei immer dem Leistungsspektrum der Pferde angepasst werden. Ein Wettkampfspringen oder eine Dressuraufgabe dauert maximal 10 Minuten. An ein Wanderpferd oder Distanzpferd werden ganz andere Anforderungen gestellt. Die Belastung und die Belastungszeit sind wesentlich höher. Nach jeder Belastung sollte unbedingt eine Schrittphase erfolgen, um das Herz wieder runterkommen zu lassen.

Die Prüfungen für Vielseitigkeitsreiter sind heute nicht mehr so lang wie noch vor ein paar Jahren. Die härtesten Prüfungen dauern maximal 10 bis 11 Minuten. In dieser Zeit galoppiert das Pferd durchweg. Im Training sieht das anders aus. Hier sollte nicht die gesamte Zeit im Galopp geritten werden. Kraft, Ausdauer und Schnelligkeit erreichen Sie mit kurzen Galoppstrecken von etwa zwei bis drei Minuten und anschließendem Gangartwechsel.

Behalten Sie die Atmung im Blick

Für ein optimales Training ist eine gute Sauerstoffzufuhr notwendig. Tiefe Atemzüge bringen viel Sauerstoff in die Lungen und aktivieren den Stoffwechsel. Die Atmung sollte aber auch nach einer Belastung schnell wieder zur Ruhe kommen. Pferde, die optimal trainiert sind, brauchen nur etwa zwei bis drei Minuten, um wieder normal zu atmen. Kontrollieren Sie auch den Herzschlag vor und nach dem Training.

Gut trainiert von ganz jung bis uralt

Auch wenn es immer wieder vorkommt, unter drei Jahren sollte ein Pferd weder geritten noch trainiert werden. Die jungen Halbstarken trainieren sich in der Herde, in der sie sich austoben können, effektiv allein. Für den Pferdekörper, der noch im Wuchs ist, wäre ein Ausdauertraining schädigend. Bei jungen Pferden, die gerade erst angeritten sind, braucht man natürlich mehr Zeit. Pferde sollten erst einmal ihre Balance finden, ehe sie ein Ausdauertraining für Pferde erhalten.

Bei älteren Pferden muss das Training an den jeweiligen Gesundheitszustand angepasst werden. Sehnen, Bänder, Muskeln und Gelenke sollten dabei nicht überbelastet werden. Schränken zudem Arthrosen oder andere Verletzungen die Bewegung ein, muss alles mit viel Ruhe erfolgen. Günstig ist natürlich, mit dem Ausdauertraining zu beginnen, wenn das Pferd fit und munter ist.

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