Barhuf oder Eisen beim Pferd – das ist hier die Frage!

Jeder Reiter steht wohl irgendwann vor der Frage, ob er sein Pferd beschlagen lassen sollte oder sich doch lieber für barfuß laufen entscheidet. Die Gründe für die eine oder andere Variante sind bei jedem Reiter unterschiedlich. Nicht zuletzt sind es vielleicht auch die aller sechs Wochen anfallenden Kosten für den Beschlag, welche die Entscheidung zum Barhuf fällen. Solltet ihr vor der gleichen Frage stehen, holt euch als Erstes den Rat von Tierarzt und Schmied ein. Warum? Das erfahrt ihr jetzt.

Zu Risiken und Nebenwirkungen befragen Sie Ihren Schmied

Bevor die Entscheidung fällt, sollt geklärt werden, ob euer Pferd gesunde Hufe und Gelenke hat. Hufeisen dienen nämlich nicht nur dem Schutz der Hufsohle, sondern können auch Fehlstellungen ausgleichen. Der Schutz des Hufes ist nämlich nur eine von vielen Aufgaben, die ein Hufeisen zu bewältigen hat. Mit dem richtigen Hufeisen werden Fehlstellungen ausgeglichen oder verschiedene Erkrankungen des Bewegungsapparates behandelt. Spezialbeschläge werden bei Spat oder Hufbeinfrakturen zum Beispiel eingesetzt. Aber auch Bockhufe oder Rehhufe können korrigiert werden. In diesen Fällen kommt der Barhuf nicht infrage. Aber auch dann, wenn die Pferde fast ausschließlich auf der Straße laufen, wie es bei Kutschenpferden der Fall ist, sollten unbedingt Hufeisen gewählt werden. In diesem Fall dienen die Eisen als Schutz vor übermäßigen Abrieb.

Wann darf es barhuf sein?

Gesunde Pferde können ohne Probleme barhuf gehen. Auch wenn eure Pferde bisher Eisen getragen haben, ist eine Umstellung möglich. Allerdings solltet ihr diese niemals kurz vorm Turnier machen. Hufe, die bisher durch Hufeisen geschützt waren, brauchen Zeit, bis sich wieder festes Horn auf der Sohle bildet. Das Horn muss trainiert werden. Zu Beginn solltet ihr weiche Wege laufen und auch Straßen. Für die Übergangszeit sind auch Hufschuhe möglich, wenn es über Schotterwege geht. Prinzipiell kann aber jedes gesunde Pferd mit gesunden Hufen barhuf laufen. Eventuell kann es bei der Umstellung auch notwendig sein, dass euer Pferd in der ersten Zeit geführt wird. Auf die Dauer profitieren ihr und euer Pferd.

Welche Vorteile hat der Barhuf?

100_0181Pferde, die barhuf laufen, verfügen über eine bessere Durchblutung des Horns, das Wachstum wird angeregt. Durch die Weitung des Hufes beim Auftreten wird auch die Dämpfung für die Gelenke besser. Das kann Gelenkschäden verhindern, denn Hufeisen verfügen über keine Dämpfung. Verschiedene Fehlstellungen lassen sich sogar mit einem Barhuf besser korrigiert. Mit Hufeisen kann nur aller sechs Wochen nachjustiert werden, barhuf kann das in kleinen Schritten viel einfacher erfolgen. Durch die Reize von außen können sich geschwächte innere Strukturen wieder aufbauen. Eine optimale Durchblutung und die exzellente Stoßdämpfung schaffen einen gesunden Huf, welcher auch der Leistungsfähigkeit eures Pferdes entgegen kommt.

Allerdings hat das Barhuf laufen auch einen Nachteil. Als Reiter müsst ihr die Hufe genau kontrollieren und den gleichmäßigen Abrieb prüfen. Ist der Abrieb zu niedrig, müsst ihr mehr reiten oder einmal mehr ausschneiden. Bei einem zu hohen Abrieb solltet ihr weniger reiten oder auf weicheren Untergründen. Im Bedarfsfall könnt ihr auch Hufschuhe verwenden.

Barhuf Pferde – welche Pflege ist richtig?

Probleme gibt es bei barfuß laufenden Pferden nur bei verschiedenen Witterungsbedingungen. Ist es sehr nass, wenn die Pferde über den Tag auf der Koppel stehen, kann es zu spröden Hufen kommen, wenn der Huf im Stall später trocknet. Eine richtige Hufpflege kann das aber schnell beheben. Barhufe müssen regelmäßig ausgeschnitten werden. Vor allem am Anfang, wenn die ersten Schritte ohne Hufeisen erfolgen, sollte ein regelmäßiger Ausschnitt, der sich nicht nach einem Termin, sondern nach dem Hufwachstum richtet, zur Pflege gehören. Auch ein gutes Hufpflege-Produkt sollte beim Barhuf Pferd dazugehören. Huffett ist hier nicht immer die erste Wahl. Huffett ist nur dann sinnvoll, wenn der Huf nass ist und das Verdunsten der Feuchtigkeit eingegrenzt werden soll. Besser ist eine Feuchtigkeitspflege wie Vita Hoof ® Conditioner & Dressing.

Mit etwas Geduld wird auch euer Pferd bald sicher und zuverlässig auf Barhufen laufen.

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