Pferde - Fitnessstudio auf vier Beinen

Reiter werden ja immer etwas belächelt. Reiten soll Sport sein? Da sitzt man doch nur oben drauf und macht nichts. Natürlich sitzt man auf dem Pferd, wer aber glaubt, dabei werden keine Muskeln trainiert und kleine Kalorien verbrannt, der irrt. Beim Reiten werden viele Muskeln trainiert, die bei anderen Sportarten vernachlässigt werden. Am stärksten beansprucht werden aber Bauch, Rücken, Gesäß, Oberschenkel und Unterschenkel. Aber Reiten kann noch viel mehr. Es trainiert die Balance und die Koordination, es kann aber auch Stress und Verspannungen mindern. Reiten ist also keine Beschäftigung für Sportfaule, sondern ein Sport, der bis ins hohe Alter betrieben werden kann und absolut fit hält.

 

Inhaltsverzeichnis:

 

  • Rund-um-Training mit Partner

  • Die Bauchmuskulatur

  • Die Rückenmuskulatur

  • Das Gesäß

  • Die Beine

  • Die Arme und Schultern

  • Die Koordination

  • Die Ausdauer

 

Rund-um-Training mit Partner

 

Reiten ist ein ganz besonderer Sport, bei dem Muskeln beansprucht werden, von denen Du vorher gar nicht wusstest, dass es sie gibt. Das Besondere am Reiten ist die Bewegung auf dem Pferd, der Du Dich immer wieder anpassen musst. So arbeiten im Schritt andere Muskeln als beim Trab oder Galopp. Bei einem richtigen Sitz kommen immer die Bauchmuskulatur und die Rückenmuskulatur zum Einsatz, denn diese Muskeln stützen den Halteapparat. Die Wirbelsäule wird so langfristig entlastet und Rückenschmerzen lassen nach oder treten gar nicht erst auf.

 

Vorteilhaft ist aber auch das abwechselnde Anspannen und Entspannen der Muskeln. Dadurch werden Verspannungen gelöst. Vor allem beim Schrittreiten funktioniert das sehr gut. Außerdem gibt Dir der Rücken des Pferdes eine fast ideale Körperhaltung vor.

 

Beim Reiten bist Du ständig in Bewegung, was die Koordination fördert. Du musst Deine Sitzposition immer richtig ausbalancieren, die Füße in den Steigbügeln halten, ohne sich darin abzustützen und die Zügellänge je nach Lektion verlängern und verkürzen. Kaum ein anderer Sport stellt so hohe Anforderungen an die Koordination, die Balance und die Wahrnehmung.

 

Die Bauchmuskulatur

 

Ein Sixpack gibt es auf dem Pferd nicht, trotzdem bietet Reiten ein optimales Bauchmuskeltraining. Der aufrechte Sitz und die Bewegung des Pferdes, der Du Dich immer wieder anpassen musst, beanspruchen die Bauchmuskeln. Es gibt einen Wechsel zwischen Entspannung und Anspannung ähnlich wie bei Sit ups. Die Bewegung des Pferdes gibt dabei den Rhythmus und das Tempo vor. Das Besondere daran: Während bei Sit ups nur eine zweidimensionale Bewegung ausgeführt wird, ist es beim Reiten eine dreidimensionale Bewegung, da die Bewegung nicht nur vor und zurück, sondern auch nach rechts und links geht.

 

Die Rückenmuskulatur

 

Reiten wird oft als Prophylaxe bei Rückenproblemen empfohlen. Und das zu Recht, denn der aufrechte Sitz und die dreidimensionale Bewegung trainieren die Rückenmuskeln. Durch die Intervalle bei der Bewegung müssen sich die Muskeln anspannen und entspannen und werden dabei gelockert und gedehnt. So wird die Muskulatur am Rücken aufgebaut und gestärkt und die Wirbelsäule wird optimal stabilisiert und unterstützt. Bei korrekter Haltung werden sogar die Bandscheiben entlastet.

 

Das Gesäß

 

Ein schön geformter Po ist was Tolles. Mit Reiten kannst Du den bekommen. Und das ganz ohne schwere Gewichte. Der Po und seine Muskulatur spielen eine zentrale Rolle beim Reiten. Vorwärtstreiben funktioniert nämlich nicht durch Klopfen mit den Beinen, sondern durch die Rückenanspannung, die über den Po auf den Pferderücken übertragen wird. Die Gesäßmuskulatur wird also beim Reiten ständig angespannt und trainiert. Vor allem beim Trab und Galopp ist ein stetiger Wechsel von Anspannung und Entspannung vorhanden.

 

Die Beine

 

Auch die Beinmuskulatur spielt eine zentrale Rolle beim Reiten. Denn in Kombination mit den Rückenmuskeln geben sie die klassischen Schenkelhilfen zum Vorwärtstreiben und zum Ausbalancieren auf dem Pferd. Bei werden die hinteren Oberschenkelmuskeln besonders gefordert. Muskelkraft ist aber auch bei der richtigen Beinhaltung erforderlich. Ferse und Gesäß sollen in einer Linie sein und der Absatz bleibt tief. Beim Spring- und Vielseitigkeitsreiten, wo Reiter oft über lange Strecken sich im leichten Sitz befinden, ist die Anspannung der Oberschenkelmuskulatur noch größer.

 

Die Arme und Schultern

 

Arme und Schultern werden trainiert, in dem Du an den Zügeln ziehst. Die Schultern erhalten durch die Anspannung im Oberkörper ein gutes Training. Die Arme werden trainiert, in dem sie selbstständig gehalten werden. Dazu kommen An- und Entspannung bei verschiedenen Aktionen wie etwa den Paraden. Die Arme bekommen außerdem ein gutes Training bei all den Arbeiten, die neben dem Reiten anfallen. Satteln, Putzen, Aufhalten und vieles mehr erfordert viel Armkraft und trainiert diese.

 

Die Koordination

 

Neben dem Muskelaufbau fördert Reiten auch die Koordination. Grundlage des Reitens ist die Fähigkeit, den Körper in Balance zu halten und dabei die einzelnen Körperteile unabhängig voneinander einzusetzen. Oft müssen wie beim Schlagzeug spielen die einzelnen Körperteile gegensätzlich und selbstständig bewegt werden. Dazu muss die Balance gehalten werden, denn so ein Pferd steht nicht still, sondern bewegt sich stetig und in verschiedenen Tempi vorwärts. Dem schaukelnden Gang musst Du Dich nicht nur anpassen, sondern dabei auch in der Lage sein, zu agieren.

 

Die Ausdauer

 

Zum Training der Muskeln kommt noch ein Ausdauertraining. Reiten kann die aerobe Ausdauer gut trainieren. Wirst Du nach der ersten Reitstunde völlig aus der Puste sein, so wird Dir mit der Zeit ein mehrstündiger Geländerritt nichts mehr ausmachen. Vorteil beim Reiten ist die lange Trainingszeit, die das Herz-Kreislauf-System trainiert und stabilisiert. Damit erreichst Du schnell eine gute Leistungsfähigkeit. Bei aeroben Langzeitbelastungen kommt es zu einem Zusammenspiel von Glukosestoffwechsel und Fettstoffwechsel. Je höher die Belastungsdauer ist, desto mehr wird der Fettstoffwechsel gefordert. Eine hohe aerobe Ausdauer hat einen positiven Einfluss auf den Energiestoffwechsel, die Leistung, das Nervensystem, die Muskulatur, Herz und Kreislauf sowie das Skelett und das Blut.

 

Reiten ist also keineswegs ein Sport für Couch-Potatos und kann, im Gegensatz zu vielen anderen Sportarten, bis ins hohe Alter ausgeführt werden. So nahmen Hiroshi Hoketsu und Hugo Simon noch im Alter von 71 und 73 Jahren an Turnieren teil und selbst mit 89 Jahren reitet Queen Elizabeth noch.

 

 

 

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