Tipps und Tricks rund um die Pferdefütterung

Pferdefütterung ist nicht so einfach, wie mancher glaubt. Rund um die Pferdefütterung gibt es viele gute Ratschläge und jeder weiß einen Neuen. Oft liegen gute Ratschläge und Aberglaube dicht beieinander. Einige Grundregeln solltet ihr aber unbedingt befolgen. Die können unter Umständen die Gesundheit eures Pferdes bedeuten. Und das ist ja jede Menge wert. Vor allem angesichts der Tierarztkosten, die bei einer Erkrankung, die vielleicht auch noch vermeidbar gewesen wäre, entstehen können.

Viele kleine Portion sorgen für einen gesunden Magen

Pferde haben einen relativ kleinen Magen. Wenige große Portionen können nur schwer aufgenommen werden und bedeuten im Ernstfall eine Kolik. In der freien Natur fressen Pferde den ganzen Tag. Ständig wandert es herum und nimmt immer wieder kleine Portionen auf. Dadurch wird die Verdauung in Gang gehalten. Auch Sportpferde sollten mehrmals gefüttert werden und dazu einen mehrstündigen Auslauf auf Weiden erhalten. Das kommt der natürlichen Lebensweise am meisten entgegen. Alte Stallmeister gaben auf die genaue Einhaltung der Fütterungszeiten bei der Pferdefütterung acht. Solltet ihr allerdings regelmäßig auf Turnier fahren, ist das nicht angebracht. Moderne Fütterungsempfehlungen raten zu ungefähren Fütterungszeiten, die auch mal von einer exakten Uhrzeit abweichen können.

Mit vollen Magen arbeitet es sich nicht gut

Das gilt für Pferd und Reiter. Auch wenn Pferde nicht ganz nüchtern ins Training starten sollen, etwas Zeit zwischen Fütterung und Arbeit sollte schon liegen. Ein bis zwei Stunden Pause nach dem Füttern sind angeraten. Sollte das zeitlich nicht möglich sein, reichen auch Möhren und Äpfel vor dem Reiten.

W1Übrigens speisen auch Pferde gern einmal warm. Gerade im Winter ist eine Mash-Mahlzeit eine willkommene Abwechslung zu Heu und Hafer. Die lässt sich ganz einfach zubereiten: 100 g Leinsamen werden etwa 20 Minuten in ein bis zwei Liter Wasser gekocht. Günstig ist es, den Leinsamen vorher 12 Stunden einzuweichen. Das ist aber kein Muss. Den Leinsamen vermischt man dann mit einem Kilo Quetschhafer und einem halben Kilo Weizenkleie. Eventuell etwas kaltes Wasser dazugeben und das ganze auf mehrere Mahlzeiten lauwarm verfüttern. Kräuter und Melasse verbessern den Geschmack.

Die alten Stallmeister gaben den Pferden auch gern mal einen alkoholischen Schlückchen zur Pferdefütterung. Etwas Portwein, ein Cognac oder etwas Bier wurde zum Futter dazugegeben. Allerdings dürfte sich das mit den heutigen Dopingregeln nicht mehr vereinbaren.

Tricks für Schlinger

Wer kennt sie nicht, die Gierschlunde, Schlinger und Schnellfresser. Bei Pferden, die zu schnell ihr Futter aufnehmen, besteht die Gefahr einer Schlundverstopfung. Die alten Pferdeprofis wussten sich zu helfen und legten große Steine in den Futtertrog. So müssen die Pferde die Steine erst hin- und herschieben, um ans Futter zu gelangen und waren zum langsam Fressen verurteilt. Pferde, die Heu in sich reinschlingen, gibt man einfach etwas Stroh unter das Heu.

Verspannungen durch falsches Füttern

So unglaublich es klingt, es gibt einige Pferde, die unter einem verspannten Rücken leiden, weil Futtertröge und Heuraufen viel zu hoch hängen. Heu sollte prinzipiell vom Boden gefüttert werden. Der Futtertrog wird so hoch gehängt, dass das Pferd den Kopf immer noch senken muss.

Aber auch andere Erkrankungen kommen durch zu hohe Futterraufen. Muss das Pferd beim Fressen den Kopf heben und frisst dadurch mit durchgebogenen Rücken und gestrecktem Hals, wird der Speichelfluss erschwert. Außerdem wird ein Senkrücken begünstigt. Die hohen Raufen zwingen das Pferd auch dazu, den Heustaub einzuatmen. Atemwegserkrankungen sind dort keine Seltenheit.

Damit Pferde auch in der Box oder dem Auslauf beschäftigt sind, können ein paar Zweige angehangen werden. Die Zweige beschäftigen die Tiere und versorgen sie außerdem mit Mineralien, Vitaminen und ätherischen Ölen.

Schlechten Fressern auf der Spur

Manches Pferdchen ist nicht so der Fresser vorm Herrn. Nicht nur, dass das Tier zu wenig Kalorien bekommt, es fehlen dann auch Mineralien, Vitamine, Spurenelemente und wichtige Aminosäuren. Früher gab es Melasse, Honig, ein Bierchen und Schokolade. Heute ist davon abzuraten, denn einiges davon fällt unter das Dopinggesetz. Und dazu gehören auch Alkohol und Schokolade. Hier sind moderne Futtermittel wie Red Cell, Weight Builder oder Equi Diur weit aus angebrachter. Außerdem sind diese Produkte wirklich auf die Pferde abgestimmt und können einfach und richtig dosiert werden.

Wenn der Wurm drin ist

In kaum einem Fütterungsbereich gibt es wohl so viel Aberglaube wie bei der Entwurmung. Aus dem Reich der Mythen stammt der Glaube, Möhren könnten entwurmen. Das ist Aberglaube. Durch das Vitamin A in den Möhren kommt es lediglich zu einem explosionsartigen Anstieg der Würmer. Dabei wird ein Teil ausgeschieden, was zu der Annahme führt, das Pferd wäre entwurmt. Und auch Essig, Eierschalen, Pfeffer und Eisenrost gehören in das Reich des Aberglaubens. Ebenso wie der „Wurmsegen“ oder das Umhängen eines Roßbeins. Nur handelsübliche Wurmkuren können ein Pferd richtig entwurmen.

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