Trainingstipps auf dem Prüfstand – nicht alle Ratschläge sind Gold wert

Ob beim Reiten oder anderen Sportarten, es gibt immer gute Ratschläge, die sich hartnäckig halten. Dabei wäre es besser, den einen oder anderen Tipp mal zu hinterfragen, denn ganz so hilfreich wie oft propagiert wird, ist mancher nicht. Viele der Ratschläge beziehen sich nicht nur auf den Reitsport, sondern auch auf andere Sportarten. Beim Wissen um den Sport werden viele Amateure zum Profi und wissen besser Bescheid als so mancher Arzt. Wir sagen euch, warum so mancher Tipp schlichtweg falsch ist.

 

Vor dem Reiten ausgiebig dehnen

 

Bevor man sich aufs Pferd setzt, sollte man sich gründlich dehnen, die Muskeln lockern und so Muskeln und Sehnen erwärmen. Davon solltet ihr unbedingt absehen, denn ausgiebiges Dehnen ist gefährlich. Muskeln und Sehnen sind noch kalt und es kann zu Verletzungen kommen. Gedehnt wird erst nach dem Sport, wenn die Muskeln erwärmt sind. Vor dem Reiten sind leichte Lockerungsübungen angebracht. Lauft eine Runde um den Reitplatz, macht ein paar Kniebeuge und Hampelmänner und beginnt das Reittraining locker. Wenn ihr die Muskeln zu lange und zu ausgiebig dehnt, fällt die Muskulatur in den Entspannungsmodus.

 

Durchziehen bis zum Ende

 

Ganz klar, was man sich vorgenommen hat, sollte man bis zum Ende durchziehen. Schließlich muss der innere Schweinehund besiegt werden. Im Prinzip kein schlechter Gedanke, doch wer müde und kaputt ist und einen anstrengenden Tag hinter sich hat, dem fällt es schwer. Intensives Training würde euch jetzt nur überfordern. Eine Bummelrunde wäre jetzt die richtige Entscheidung. Wer beim Training nicht bei der Sache ist, macht Fehler. Nicht selten reagiert ihr gereizt, wenn es nicht klappt, wie es soll und verprellt so auch noch euer Pferd. Im ungünstigsten Fall bestraft ihr das Pferd zu unrecht, was psychische Folgen für euren vierbeinigen Freund haben kann.

 

Trinken auf Teufel komm raus

 

Sport und trinken gehören unbedingt zusammen. Gerade Reiter machen oft den Fehler, während des Trainings zu wenig Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Dafür wird hinterher ordentlich getrunken. Doch genau das ist falsch, denn nach einer sportlichen Leistung arbeitet der Körper auf Hochtouren. Abfälle des Stoffwechselprozesses müssen abgeführt werden und der Organismus soll langsam wieder auf Normaltemperatur gebracht werden. Wenn ihr jetzt literweise trinkt, ist euer Körper überfordert. Besser ist es, schon während des Trainings zu trinken und auch hinterher den Flüssigkeitshaushalt langsam aufzufüllen.

 

Trainieren, bis alles sitzt

 

Wieder und wieder werden die gleichen Lektionen trainiert, bis alles perfekt sitzt. Doch genau das ist falsch. Pferde, die immer wieder die gleichen Lektionen laufen müssen, stumpfen ab. Außerdem werden sie vielleicht diese Lektion irgendwann beherrschen, aber sie werden nicht fitter oder besser. Der Muskulatur fehlen einfach Trainingsreize. Besser ist es, die Übung immer wieder zu unterbrechen, mit Intervallen zu arbeiten oder das Tempo zu wechseln. Das Pferd will und soll nicht nur mit dem Körper, sondern auch mit dem Kopf arbeiten. Je mehr Abwechslung ihr ins Training bringt, desto besser und leichter werden die Lektionen auch gelernt und verinnerlicht.

 

Muskelkater kann man wegtrainieren

 

Auch bei Muskelkater wird straff weiter trainiert, schließlich sind Reiter keine Weicheier und Muskelkater braucht die Bewegung. Ganz so ist es aber nicht, denn Sportmediziner gehen davon aus, dass ein Muskelkater eine Verletzung in den Muskelfasern ist. Diese Verletzung führt zu Entzündungen und später zum Muskelkater. Wenn ihr jetzt weiter straff trainiert, kann die Verletzung nicht abklingen. Im ungünstigen Fall kommen neue Verletzungen hinzu. Ein leichtes, moderates Training ist besser. Dadurch werden die Entzündungsstoffe besser und schneller abgebaut. Auch Wärme hilft. Übrigens nicht nur beim Reiter, sondern auch beim Pferd.

 

Und vielleicht legt ihr nach einem stressigen Tag lieber mal einen Bummelgang ein. Das tut nicht nur eurer Seele gut, sondern auch der Seele von eurem Pferd.

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