Waisenfohlen Aufzucht – wenn die Mutterstute das Fohlen nicht aufziehen kann

Es gibt die unterschiedlichsten Gründe, warum die Mutterstute ihr Fohlen nicht aufziehen kann. Dabei muss man nicht gleich an den schlimmsten Fall, den Tod der Mutterstute, denken. Einige Stuten nehmen das Fohlen aus den verschiedensten Gründen nicht an oder produzieren keine Milch. Dann ist schnelle Hilfe notwendig, denn das Fohlen benötigt die Milch nicht nur als Futter, sondern auch die Nährstoffe, die in der Stutenmilch enthalten sind, zum Aufwachsen. Glück hat, wer schnell eine Ammenstute findet. Doch die Chancen sind meist gering, eine Mutterstute in der Nähe zu finden. Ist das nicht der Fall, bleibt nur die mutterlose Aufzucht der Fohlen.

Die erste Milch ist lebensnotwendig

Etwa in den ersten zwei Stunden muss das Fohlen Kolostralmilch erhalten. Diese Milch ist mit besonders vielen Nährstoffen angereichert, welche das Fohlen auch in Zukunft vor Krankheiten schützen. Die Kolostralmilch ist die erste Milch, die das Fohlen direkt nach der Geburt erhält. Lediglich in den ersten 36 Stunden kann der kleine Neuling Abwehrstoffe über die Darmwand aufnehmen. Ist die Mutterstute verstorben oder kann dem Fohlen keine Kolostralmilch bieten, muss Ersatz her. Zur Auswahl steht dann die Milch einer anderen Stute, eingefrorenes Kolostrum oder eine industriell hergestellte Ersatzmilch. Gerade bei Letzterem sollte nur auf hochwertige Produkte gesetzt werden wie der Nutrimilk Breeding für Waisenfohlen von HorseMaster.

Warum ist die Kolostralmilch so wichtig?

Kolostralmilch, auch Biestmilch genannt, hat gleich mehrere Funktionen. Zum einen ist sie natürlich Nahrung für das Fohlen, das jetzt kräftig trinken muss, um groß und stark zu werden. Zum anderen liefert gerade die erste Milch viele wichtige Nährstoffe, die für den Aufbau eines eigenen Immunsystems dringend notwendig sind. Denn das kleine Fohlen hat noch keine Antikörper gebildet. Diese bekommt das Fohlen von der Mutter oder der Ersatzmilch. Und auch für den Abgang des Darmpechs ist die Milch verantwortlich. Darmpech ist kein eigentliches Verdauungsprodukt, sondern eine dunkle Masse aus Hautzellen, Haaren und Galle. Diese Masse muss unbedingt aus dem Darm.

Flaschenaufzucht ist nicht ganz einfach

Das Füttern mit Flasche ist meist nicht ganz einfach. Mit ein paar Tricks lassen sich Fohlen aber leicht überzeugen. Vor oder nach jedem Füttern müssen die Flaschen ausgekocht werden. Milchreste sollte man kühl lagern und nicht zu lange aufheben. Wie beim Baby sollte die Milch etwas mehr als handwarm sein. Das lässt sich gut auf dem Handrücken prüfen. Dort sollte sich die Fohlenmilch angenehm warm anfühlen. Zum Tränken gehen normale Babyflaschen. Der Nuckel sollte ein etwas größeres Loch als beim Baby haben.

So kommt die Flasche ins Fohlenmaul

So ein Gumminuckel ist nix für Waisenfohlen. Da braucht es Geduld. Günstig ist es, den Nuckel mit Fohlenmilch zu benetzen, damit das Fohlen merkt, dass da was Gutes drin ist. Gut ist es auch, dass Fohlenmaul etwas zu öffnen und ein paar Tropfen reinzuträufeln. Dabei sollte man darauf achten, dass das Fohlen sich nicht verschluckt. Wichtig ist in jedem Fall, dass das Fohlen seine natürliche Haltung einnimmt, also einen langen Hals machen kann. Der beste Standort ist deshalb seitlich vom Fohlen mit der Flasche in der richtigen Höhe am ausgestreckten Arm.

Zeit ist ein wichtiger Faktor

Als Fohlenbesitzer eines Waisenfohlens ist Zeit ein wichtiger Faktor. Nur mit Ruhe und Geduld gewöhnt man das Pferdebaby an die Flasche. Doch auch anschließend benötigt man viel Zeit, denn der kleine Kerl will regelmäßig gefüttert werden. Etwa aller zwei Stunden sollte am Anfang die Flasche gegeben werden. Und das sowohl am Tag als auch in der Nacht. Und bei dieser Gelegenheit wird man staunen, was so in einen Fohlenbauch passt. Bis zu 700 ml trinken die Fohlen. Dabei sollte man sich unbedingt auf die Angaben auf der Verpackung der Milch für Waisenfohlen verlassen. Die enge Zusammenarbeit mit dem Tierarzt ist über die gesamte Waisenfohlen Aufzucht Zeit wichtig.

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