Welches Pferd passt zu mir?

Irgendwann kommt bei jedem Mal der Wunsch nach dem eigenen Pferd. Spätestens dann fragt man sich, welche Rasse es sein soll und welcher überhaupt passt. Nicht selten entschließen sich junge Reiter für die falsche Pferderasse. Oft geht es gerade bei Anfänger mehr um Aussehen und Schönheit. Auch Emotionen spielen eine große Rolle, wenn das Pferd vielleicht vorher schon geritten wurde und man die ersten Stunden im Sattel auf diesem Pferd verbracht hat. Vor einem Kauf solltest du dir aber gut überlegen, was du mit deinem Pferd anfangen willst und welche Eigenschaften du mitbringst. Auch das ist nämlich nicht unwichtig.

 

Freizeitpferd, Sportpferd oder Zuchtpferd?

 

Die wenigsten werden sich bereits in jungen Jahren für eine Zuchtstute oder gar einen Zuchthengst entscheiden. Meist geht es doch eher ums Reiten. Und da stellt sich die Frage, was es denn sein soll. Möchtest du entspannt durch die Freizeit bummeln oder doch lieber Sportler werden? Soll es Westernreiten, Springreiten, Dressurreiten, Barockreiten oder eine der anderen vielen Reitdisziplinen werden? Nicht jede Pferderasse ist für jede Reitdisziplin geeignet.

 

Freizeitpferde

 

Wenn du nur etwas durchs Gelände bummeln möchtest und ab und zu auf dem Reitplatz und der Reithalle reiten willst, sind andere Anforderungen an die Rasse wichtig als bei Sportpferden. Eigentlich kannst du jede Pferderasse für die Freizeitreiterei verwenden. Du solltest aber dabei auch die Ansprüche der Pferde bedenken. Einen Vollblut-Araber reicht ein wöchentlicher Geländebummel nicht aus. Wenn du auch in der Freizeit im Gelände springen und galoppieren willst, sind schwere Pferderassen nicht unbedingt geeignet.

 

Suche dir dein Pferd auch nach dem Charakter aus. Pferde mit viel Blut sind eher nervöse und sensibel. Außerdem sind sie für Höchstleistungen gezüchtet. Günstig sind ältere und erfahrene Pferde, die die Ruhe weghaben und dir auch Sicherheit bieten. Warmblüter, Haflinger, Oldenburger, Holsteiner und ähnliche Rassen sind gut für die Freizeitreiterei.

 

Sportpferde

 

Sportpferd ist nicht gleich Sportpferd. Jede Reitdisziplin hat seine speziellen Anforderungen, denen der Pferdetyp entgegen kommen sollte. So wirst du mit einer barocken Pferderasse nur wenig Chancen in der Vielseitigkeit haben und mit einem Kaltblüter wahrscheinlich keine Dressur gewinnen. Jede Pferderasse bringt von Grund auf bestimmte Talente mit sich, die es für die jeweilige Sportart geeignet machen. Das heißt natürlich nicht, dass es nicht auch Ausnahmen gibt.

 

Westernreiten

 

Beim Westernreiten sind großrahmige Pferderassen eher nicht geeignet. Hier sind schnelle Stopps und Wendungen gefragt, bei denen kleine Rassen im Vorteil sind. Das Pferd muss nervenstark, lernwillig und intelligent sein und sollte viel Vertrauen zum Reiter haben. Fürs Westernreiten eignen sich die Pferderassen:

 

  • Quarter Horse

  • Raint Horse

  • Appaloosa

  • Araber

  • Haflinger

Dressurpferde

 

Möchtest du im Dressursport erfolgreich sein, solltest du dich nicht für Gangpferde entscheiden. Dressurpferde sollen über gut ausgeprägte Standardgänge Galopp, Trab und Schritt verfügen und auch in der Lage sein, Verstärkungen wie Mitteltrab oder Mittelgalopp zu gehen. Vielleicht hast du in den unteren Klassen mit Andalusier und Friese noch eine Chance, in den oberen Klassen wird es eher schwierig. Aufgrund ihrer genetischen Veranlagung sind diese Pferderassen besonders geeignet:

 

  • Deutsches Reitpony

  • Oldenburger

  • Hannoveraner

  • Niederländisches Warmblut

  • Trakehner

 

Springpferde

 

Wer sich für den Springsport entscheidet, muss genau auf die Rasse schauen, um auch in höheren Leistungsklassen noch erfolgreich zu sein. Springpferde sollen schnell, gewandt und geschickt sein. Kräftige Gelenke, starke Sehnen und kräftige, trockne Gliedmaßen sind von Vorteil. Und auch der Kampfgeist sollte gut ausgeprägt sein. Wenn Springen deine Reitdisziplin ist, wähle ein Pferd mit athletischem Körperbau. In den unteren Klassen eignen sich viele Pferderassen zum Springen. Doch schnell trennt sich Spreu vom Weizen, je höher die Hindernisse werden, desto mehr machen sich die richtigen körperlichen Voraussetzungen des Pferdes bezahlt. Diese Pferderassen sind gute Springer:

 

  • Holsteiner

  • Oldenburger

  • Hannoveraner

  • Trakehner

  • Englisches Vollblut

  • Irish Sport Horse

 

Barockpferde

 

Gerade in letzter Zeit hat das Barockreiten wieder eine Renaissance erlebt. Die Reitweise, die klassische Eleganz mit schwierigen Lektionen verbindet, ist Dressur in höchster Vollendung. Immer öfter wird das Barockreiten in Pferdeshows gezeigt. Und schon lange nicht mehr ist diese Reitdisziplin nur an der Spanischen Hofreitschule in Wien der der königlich-andalusischen Reitschule in Jerez de la Frontera zu sehen. Zum Barockpferd eignen sich diese Pferderassen:

 

  • Friesen

  • Lopizaner

  • Knabstrupper

  • Andalusier

  • Lusitano

  • Rura Raza Espaniola

 

Distanzpferde

 

Distanzreiten gehört zu den ältesten Disziplinen im Reitsport. Die Pferde müssen über Strecken von 25 bis 160 km möglichst schnell ins Ziel kommen und dürfen sich dabei nicht überanstrengen. Es gibt aber auch Strecken, die über Tage geritten werden. Distanzreiten hat es zwar immer gegeben. Doch erst in den letzten Jahren ist die Reitdisziplin wieder im Kommen. Für diese Disziplin sind nur wenige Pferderassen geeignet, obwohl man in Deutschland beim Distanzritt viele verschiedene Rassen sieht. Geeignet sind:

 

  • Araber

  • Achal-Tekkiner

  • Mustangs

 

Darauf musst du bei der Pferdewahl achten

 

Die richtige Rasse für den jeweiligen Sport ist aber nur eine Seite der Medaille. Beim Pferdekauf solltest du auch das Geschlecht, deinen Charakter und dein Temperament, deine Größe und dein Gewicht aber auch dein Können berücksichtigen. Das Dressurpferd, das mühelos in der M-Dressur startet, nützt dir nichts, wenn du es nicht reiten kannst, weil dir die Ausbildung fehlt. Und noch etwas ist ganz wichtig: Auf den Papieren kann man nicht reiten! Einige Reiter kennen jede große Zuchtstute und jeden namhaften Hengst. Die hervorragende Abstammung nützt dir aber gar nichts, wenn das Pferd nicht zu dir und deinen Geldbeutel passt. Außerdem ist eine gute Abstammung kein Garant für einen großartigen Nachkommen.

 

Die passende Pferderasse für dich

 

Deine Mentalität ist für die Auswahl der Pferderasse ebenso wichtig wie die Reitdisziplin, der du dich verschrieben hast. Bist du unruhig, hippelig und nervös, sind Vollblüter für dich nicht die richtigen Pferde. Vollblüter sind sehr temperamentvoll und benötigen eine ruhige Hand und einen Reiter, der ni9cht gleich laut wird, wenn nicht alles klappt, wie es soll.

 

Ruhig und gelassen geht es mit Kaltblütern zu. Allerdings sind sie nur dann für dich die passende Pferderasse, wenn du kein Hochleistungssportler bist. Die entspannten Gesellen sind für den Freizeitbereich perfekt. Schau dir also dein Pferd vor dem Kauf genau an, denn du wirtst viel Zeit mit ihm verbringen.

 

Körpergröße und Gewicht müssen stimmen

 

Ja, auch körperlich solltet ihr gut zusammenpassen. Wenn du dich mit einer Körpergröße von 1,90 m auf ein Pony setzt, ist das zwar lustig, aber keineswegs passend. Als Jugendlicher solltest du schon beim Kauf berücksichtigen, dass du noch wächst und sich deine Proportionen verändern. Damit der empfindliche und sensible Pferderücken nicht überlastet wird, solltest du maximal 10 bis 15 Prozent des Pferdegewichtes wiegen.

 

Stute, Hengst oder Wallach

 

Auch darauf solltest du bei deiner Wahl achten, denn die Geschlechter sind bei Pferden im Temperament und dem Charakter sehr unterschiedlich. Während Wallache meist gechillt sind, benötigen Hengste eine sehr erfahrene Hand. Stuten sind meist sehr feinfühlig und sensibel und nehmen schnell etwas übel.

 

Dieses Pferd passt zu dir

 

Charakterlich gibt es zwar in den Rassen und Geschlechtern bestimmte Merkmale und Eigenheiten, doch jedes Pferd ist anders. Deshalb solltest du dein Pferd vor dem Kauf gut kennenlernen und auch mehrmals reiten. Ein überstürzter Kauf macht meist unglücklich, wenn hinterher die Chemie nicht stimmt oder Reiter und Pferd nicht in der Lage sind, die gleichen Leistungen zu bringen. Erkundige dich vorher, welche Pferderassen in deiner Reitdisziplin gute und sehr gute Leistungen bringen und für den Sport geeignet sind. Und mach dich dann auf die Suche nach deinem Pferd. Für Reitanfänger sollte es nicht unbedingt ein ungerittener Dreijähriger sein. Entscheide dich lieber für ein älteres, gut ausgebildetes Pferd, das über Erfahrung verfügt. Ein Pferd ab 10 Jahre ist für junge Reiter ideal, denn die Flegeljahre beim Pferd sind vorbei und die Ausbildung ist gefestigt. Erst wenn du ausreichend Erfahrung hast, kannst du dich für ein junges Pferd entscheiden.

Bildquelle: pixabay/WolfBlur

 

 

 

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